Hubdoc und Dext Alternativen: Nicht-lateinische Belege
Chinesische und arabische Belege überfordern viele Tools. Entdecken Sie 9 Hubdoc und Dext Alternativen, die internationale Rechnungen wirklich auslesen.

Zuletzt aktualisiert: Juli 2026 · ~12 Min. Lesezeit · Veröffentlicht von Tailride
Ein Mandant kauft plötzlich in Shenzhen ein, eröffnet eine Niederlassung in Dubai oder arbeitet mit einem japanischen Lieferanten zusammen. An der eigentlichen Buchhaltung ändert sich nichts – außer den Belegen. Auf einmal lässt sich ein Teil der monatlichen Rechnungen nicht mehr mit der Software verarbeiten, die Sie seit Jahren nutzen. Sie kommen leer zurück, der Lieferantenname steht im Summenfeld oder das Datum liegt fünfhundert Jahre in der Zukunft. Genau hier suchen viele Kanzleien nach verlässlichen Hubdoc und Dext Alternativen, die auch solche Hürden meistern.
Also öffnet jemand jedes einzelne Dokument, liest es durch und tippt die Daten ab. Dieser Stapel ist anfangs klein – aber er wächst mit dem Mandantenstamm und erledigt sich niemals von allein.
Dieser Leitfaden beleuchtet, warum Dokumente in nicht-lateinischen Schriftzeichen gängige Erfassungstools für Steuerkanzleien an ihre Grenzen bringen. Wir zeigen, was die verschiedenen Lösungen in der Praxis wirklich auslesen können – im Gegensatz zu den Versprechen auf ihren Websites – und wie Sie diese an einem Nachmittag mit Ihren eigenen Dokumenten testen.
Zusammenfassung
Hubdoc und Dext sind für Dokumente mit lateinischen Schriftzeichen konzipiert. Keiner der beiden Anbieter veröffentlicht eine Liste der unterstützten Sprachen, und beide wurden nicht für Lieferanten entwickelt, die Rechnungen auf Arabisch, Chinesisch, Japanisch, Koreanisch, Hebräisch oder Thai ausstellen.
Die Tools, die diese Schriften tatsächlich verarbeiten können, sind meist Document-AI-Plattformen, die sich an Entwickler und Großunternehmen richten. Sie erkennen die Zeichen hervorragend. Allerdings kontieren sie nicht auf Ihren Kontenplan, übertragen keine Daten an Xero oder QuickBooks und sind weder preislich noch funktional auf eine Kanzlei mit fünfzig Mandanten zugeschnitten.
Zwei Dinge sollten Sie wissen, bevor Sie eine Lösung in die engere Wahl ziehen:
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Die reine Anzahl der Sprachen sagt nichts über die Leistung aus. Zeichen zu erkennen und zu wissen, welche Zahl die Steuer ausweist, sind zwei verschiedene Dinge. Softwareanbieter bewerben meist Ersteres, Sie brauchen jedoch Letzteres.
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Testen Sie mit eigenen Belegen. Jedes Tool liefert bei einer makellosen europäischen Standardrechnung perfekte Ergebnisse. Laden Sie stattdessen den am schlechtesten fotografierten arabischen Beleg aus Ihrem Archiv hoch.
„Fremdsprachig“ und „nicht-lateinisch“ sind zwei verschiedene Hürden

Es ist wichtig, dies gleich zu Beginn klarzustellen. Bei den meisten Vergleichen in dieser Softwarekategorie wird beides in einen Topf geworfen, und diese Verwirrung führt dazu, dass Kanzleien nach den falschen Funktionen suchen.
Eine französische Rechnung ist fremdsprachig. Sie verwendet aber dasselbe Alphabet wie eine deutsche, dieselben Ziffern, denselben Kalender und ähnliche Layout-Konventionen. Moderne OCR-Software verarbeitet französische, spanische, italienische oder portugiesische Dokumente seit Jahren recht zuverlässig. Tschechisch oder Polnisch hinzuzufügen, erfordert lediglich die Anpassung an ein paar diakritische Zeichen.
Eine japanische Rechnung ist eine völlig andere Herausforderung. Dasselbe gilt für arabische, hebräische, thailändische, koreanische, griechische oder russische Belege. Die Schriftart ändert sich, und damit auch die Leserichtung, die Wortgrenzen, die Ziffern, teils der Kalender und oft das gesamte Layout.
Wenn also ein Anbieter mit „mehrsprachig“ wirbt und elf europäische Sprachen auflistet, sagt das absolut nichts über die Dokumente aus, um die es Ihnen eigentlich geht.
Warum „unterstützt über 200 Sprachen“ das falsche Kriterium ist
Jeder Softwareanbieter in diesem Segment wirbt mit Zahlen. Diese Zahlen sind groß, sie lassen sich nicht vergleichen und beantworten meist eine Frage, die Sie gar nicht gestellt haben.
Optische Zeichenerkennung (OCR) wandelt Pixel auf einem Scan in Text um. Dieses Problem ist für die wichtigsten Schriften weitgehend gelöst. Die Datenextraktion ist jedoch eine völlig andere Aufgabe: Die Software muss entscheiden, dass diese Zeichenfolge der Lieferant ist, jene das Rechnungsdatum, diese Zahl dort unten die Steuer und eine andere, identisch formatierte Zahl eine Bestellnummer. Die Extraktion funktioniert nur, wenn das System genügend vergleichbare Dokumente gesehen hat, um zu wissen, wo sich die Informationen befinden und wie sie bezeichnet werden.
Deshalb nennen seriöse Anbieter zwei verschiedene Zahlen. Das Helpcenter von Rossum ist hierfür das beste Beispiel. Das Marketing stellt die umfassende mehrsprachige Fähigkeit in den Vordergrund, während in den FAQs steht: „Wir unterstützen offiziell Englisch, Französisch, Deutsch, Tschechisch und Slowakisch“ (Rossum Helpcenter). Fünf Sprachen, alle in lateinischer Schrift. Alles andere wird als extrahierbar beschrieben – allerdings mit geringerer Genauigkeit, die sich erst durch ein höheres Dokumentenvolumen verbessert.
Das ist keine Kritik an Rossum. Es beschreibt vielmehr, wie all diese Systeme funktionieren. Dieser Anbieter spricht es nur offen aus – die anderen belassen es bei Andeutungen. ABBYY macht dieselbe Unterscheidung in seinem Datenblatt deutlich: über 200 Erkennungssprachen, Wörterbuchunterstützung für 63, ICR für 130. Drei verschiedene Zahlen für drei verschiedene Stufen des Textverständnisses.
Wenn Sie also von „über 150 Sprachen“ oder „über 200 Sprachen“ lesen, verstehen Sie das als: Das System kann die Zeichen erkennen. Stellen Sie danach die entscheidende Frage: Liefert das Tool bei einem Dokument in dieser Schriftart strukturierte Felder, die Sie direkt verbuchen können, oder nur Rohtext, den Sie immer noch selbst auslesen müssen?
Was bei einer nicht-lateinischen Rechnung tatsächlich schiefläuft

Es lohnt sich, die konkreten Fehlerquellen zu benennen. So wissen Sie genau, worauf Sie bei einem Testlauf achten müssen – und es ist weitaus präziser als ein pauschales „Die Sprache wird nicht unterstützt“.
Leserichtung. Arabisch und Hebräisch werden von rechts nach links geschrieben, die darin enthaltenen Zahlen jedoch weiterhin von links nach rechts. Ein Parser, der von einer einheitlichen Richtung pro Dokument ausgeht, zerschießt den Gesamtbetrag. Das Tückische daran: Der Fehler passiert stillschweigend. Sie erhalten eine Zahl, nur eben die falsche.
Fehlende Wortgrenzen. Im Chinesischen, Japanischen und Thailändischen gibt es keine Leerzeichen zwischen den Wörtern. Tools, die Text anhand von Leerzeichen segmentieren, erzeugen pro Zeile einen einzigen langen Textblock. Die Feldgrenzen, die eine lateinische Rechnung quasi von selbst liefert, müssen hier mühsam aus dem Layout abgeleitet werden.
Andere Kalendersysteme. Japanische Rechnungen verwenden oft Ära-Jahreszahlen, so entspricht Reiwa 8 dem Jahr 2026. Thailändische Dokumente nutzen häufig die buddhistische Zeitrechnung, bei der das aktuelle Jahr als 2569 gedruckt wird. Ein Tool, das die Ziffern korrekt ausliest, aber von einem gregorianischen Kalender ausgeht, bucht dieses Dokument 543 Jahre in die Zukunft – und das ganz ohne Fehlermeldung.
Abweichende Ziffern. Arabisch-indische Ziffern (٠١٢٣٤٥٦٧٨٩) finden sich auf Rechnungen im gesamten arabischen Raum. Eine Zeichenerkennung, die nur auf westliche Ziffern trainiert ist, übersieht sie entweder komplett oder wandelt sie falsch um.
Vertauschte Trennzeichen. 1.234,56 und 1,234.56 bezeichnen denselben Betrag, nur nach unterschiedlichen Konventionen. Rät das System falsch, weicht der Betrag um den Faktor tausend ab – und die Rechnung wird trotzdem verbucht.
Staatlich regulierte Formate. Die chinesische Fapiao ist ein spezielles Dokument mit eigenem Layout und eigenen Validierungsregeln. Wird sie als generische Rechnung eingelesen, gehen genau die Datenfelder verloren, die sie zu einer Fapiao machen.
Gemischte Schriften auf einer Seite. Eine japanische Rechnung enthält oft Kanji, zwei Kana-Silbenschriften und lateinische Zeichen gleichzeitig. Rechnungen aus der Golfregion sind häufig zweisprachig (Arabisch und Englisch), wobei sich die beiden Versionen teils widersprechen, welche Felder überhaupt vorhanden sind.
Nichts davon spiegelt sich in der beworbenen Anzahl der unterstützten Sprachen wider. Aber all das wird in Ihrer ersten Arbeitswoche mit echten Dokumenten zum Problem.
Hubdoc und Dext Alternativen: Wo Hubdoc an seine Grenzen stößt
Hubdoc ist in jedem kostenpflichtigen Xero-Tarif kostenlos enthalten, weshalb es für die meisten Kanzleien eher der Standard als eine bewusste Entscheidung ist. Drei Einschränkungen sind hier entscheidend.
Es erfasst nur Kopfdaten: Lieferant, Datum, Gesamtbetrag. Keine einzelnen Rechnungspositionen. Bei einem nicht-lateinischen Dokument ist das ein massiveres Problem, als es klingt. Wenn die Extraktion teilweise fehlerhaft ist, haben Sie keine Details auf Positionsebene, um die Angaben abzugleichen.
Der automatische Abruf wurde am 27. April 2022 eingestellt. Die direkten API-Verbindungen, die ihn ersetzt haben, deckten Bank of America, Wells Fargo und Stripe ab (Xero Blog). Für einen Mandanten, der bei asiatischen oder arabischen Lieferanten einkauft, fällt der automatische Belegabruf somit flach.
Zudem exportiert das Tool ausschließlich nach Xero und QuickBooks Online. Xero selbst betreibt regionale Seiten für eine Reihe von englischsprachigen und südostasiatischen Märkten – was bereits verrät, worauf der Fokus des Produkts liegt. Weitere Details finden Sie in unserem Hubdoc-Vergleich.
Hubdoc und Dext Alternativen: Was bei Dext fehlt
Dext ist in fast jeder Hinsicht das bessere Produkt als Hubdoc, und die mobile App zur Belegerfassung ist branchenführend. Dennoch gibt es zwei wesentliche Einschränkungen.
Die Extraktion von Rechnungspositionen wird nach Verbrauch abgerechnet. Der Business-Tarif beinhaltet fünf Positionsextraktionen pro Monat, alles darüber hinaus kostet extra. Gerade nicht-lateinische Rechnungen sind aber exakt die Dokumente, die Sie zwingend in Einzelpositionen aufschlüsseln möchten, da die Kopfzeile allein nicht ausreicht, um die Plausibilität zu prüfen.
Außerdem gibt es keine offizielle Liste der unterstützten Sprachen. Das Helpcenter von Dext ist sehr umfangreich, aber unterstützte Zeichensätze werden dort nicht behandelt. Kanzleien berichten von gemischten Ergebnissen bei nicht-lateinischen Dokumenten. Das ist genau das Muster, das man von einem System erwartet, das überwiegend mit britischen, irischen, australischen und nordamerikanischen Belegen trainiert wurde. Unser Dext-Vergleich deckt die restlichen Aspekte ab.
Dass eine solche Liste fehlt, ist zwar kein Beweis dafür, dass das Tool eine Schrift nicht lesen kann. Es bedeutet jedoch, dass der Anbieter sich nicht darauf festlegt – und dass Sie keine Lösung einfordern können, wenn es nicht funktioniert.
Zwei Software-Familien und ihre jeweiligen Schwächen
Wenn Sie Lösungen in dieser Kategorie in die engere Wahl ziehen, fällt auf, dass sich der Markt in zwei Lager gespalten hat – und Steuerkanzleien fallen genau durchs Raster.
Familie Eins: Erfassungstools für Steuerkanzleien. Hubdoc, Dext, AutoEntry, Datamolino. Diese Anbieter wissen, was ein Kontenrahmen ist, exportieren in die Buchhaltungssoftware, bieten mandantenfähige Zugänge und rechnen pro Mandant ab. Sie sind jedoch rund um lateinische Dokumente aufgebaut. AutoEntry gibt im eigenen Marketplace-Eintrag lediglich Englisch als verfügbare Sprache an.
Familie Zwei: Document-AI-Plattformen. ABBYY, Rossum, Klippa (Doxis), Veryfi, Nanonets. Diese Systeme verarbeiten weitaus mehr Schriften, und einige davon erstaunlich gut. Sie werden als APIs oder als Enterprise-Lösungen für Konzerne verkauft. Ihr Output ist JSON-Code. Sie kontieren nicht auf das Konto 4930 (Büromaterial), kennen die Lieferantenhistorie Ihres Mandanten nicht und übergeben keinen fertigen Buchungssatz samt PDF an Xero oder DATEV.
Eine Kanzlei, die sich für Familie Zwei entscheidet, hat zwar die Zeichenerkennung automatisiert, behält aber jeden anderen manuellen Arbeitsschritt bei – und halst sich obendrein ein aufwendiges Integrationsprojekt auf. Eine Kanzlei, die bei Familie Eins bleibt, muss einen stetig wachsenden Teil ihrer Dokumente weiterhin händisch bearbeiten.
Neun Alternativen und was sie in der Praxis wirklich leisten
Dies sind Positionierungsübersichten, keine starren Datenblätter. Gerade die Sprachunterstützung ändert sich häufig, und die Anbieter beschreiben sie uneinheitlich. Prüfen Sie daher kaufentscheidende Kriterien stets in der offiziellen Dokumentation des Anbieters und testen Sie diese an Ihren eigenen Belegen.
1. Tailride

Tailride liest Rechnungen in europäischen Sprachen sowie in nicht-lateinischen Schriften und gehört eindeutig zur ersten Familie: Das Ergebnis sind vorkontierte Rechnungspositionen direkt in Ihrer Buchhaltung, nicht bloß JSON-Code für Entwickler.
Wir veröffentlichen ganz bewusst keine reine „Anzahl der unterstützten Sprachen“. Diese Zahl wäre reines Marketing. Die wirklich entscheidende Frage lautet, ob ein bestimmtes Dokument fehlerfrei ausgelesen zurückkommt – und das hängt vom Beleg selbst genauso ab wie von der Schriftart. Schicken Sie uns gerne Ihre schwierigsten Fälle.
Was Tailride auszeichnet: Die Datenextraktion erfolgt in jedem Tarif bis auf die Positionsebene. Jede Zeile wird anhand Ihres Kontenrahmens kontiert, wobei die Steuer pro Position angewendet wird, anstatt sie über den gesamten Rechnungsbetrag zu mitteln. Das Originaldokument bleibt stets an den Datensatz angehängt. Der Belegabruf verbindet sich direkt mit Gmail oder Outlook und durchsucht die Historie rückwirkend, sodass sich das Archiv eines neuen Mandanten von selbst aufbaut, anstatt Stück für Stück mühsam importiert zu werden. Lieferantenportale werden über eine Browsererweiterung innerhalb Ihrer eigenen, aktiven Sitzung bedient – deshalb scheitert der Abruf auch nicht an der Zwei-Faktor-Authentifizierung.
Der Export erfolgt zu Xero, QuickBooks Online, sevDesk, Lexware Office, e-conomic, Odoo und Business Central. Kostenlos für bis zu 10 Rechnungen pro Monat, danach ab 19 $. Spezifische Details für Kanzleien finden Sie auf unseren Seiten für Steuerberater und Kreditorenautomatisierung.
2. ABBYY (Vantage / FlexiCapture)

Dies ist die leistungsstärkste und älteste Erkennungs-Engine auf dieser Liste. Über 200 Erkennungssprachen, Wörterbuchunterstützung für 63, ICR für 130. Wenn ein Zeichensatz auf einer Handelsrechnung existiert, hat ABBYY ihn bereits gesehen.
Die Hürde liegt hier in der Ausrichtung, nicht in der Qualität. Es handelt sich um eine Enterprise-Lösung für die Dokumentenverarbeitung, die eine komplexe Implementierung voraussetzt und entsprechend bepreist ist. Kanzleien, die dieses System nutzen, tun dies meist, weil ein Großmandant es als Shared Service vorgibt, und nicht, weil sie es selbst für die Kanzlei ausgewählt haben.
3. Rossum

Starke Datenextraktion, eine durchdachte Benutzeroberfläche zur Fehlerkorrektur und eine ungewöhnlich ehrliche Dokumentation: Fünf offiziell unterstützte Sprachen, alle in lateinischer Schrift. Andere Sprachen werden mit geringerer Genauigkeit extrahiert, die mit steigendem Volumen besser wird. Rossum bietet zudem eine Übersetzungsfunktion für Dokumente an. Das ist jedoch etwas anderes als die reine Datenextraktion und sollte nicht verwechselt werden.
Rossum wurde für Buchhaltungsabteilungen in Großunternehmen entwickelt, die hohe Volumina für eine einzige Organisation verarbeiten. Eine Kanzlei mit fünfzig verschiedenen Mandanten entspricht nicht der Zielgruppe, für die das System konzipiert wurde.
4. Klippa (Doxis AI.dp)

Die Plattform von Klippa, die nun als Doxis AI.dp vertrieben wird, gibt auf ihrer OCR-API über 150 Sprachen an. Sie beschreibt eine Multi-Script-Unterstützung für Latein, Kyrillisch und Arabisch, wobei Hebräisch in der Beta-Phase ist und weitere Sprachen auf Anfrage durch gezieltes Modell-Training verfügbar sind (Doxis OCR API).
Dass Kyrillisch und Arabisch offiziell dokumentiert sind, ist mehr, als die meisten in dieser Kategorie zusagen. Achten Sie jedoch auf das, was fehlt: CJK (Chinesisch, Japanisch, Koreanisch) wird nicht explizit genannt. Prüfen Sie dies also direkt nach, falls asiatische Dokumente der Grund sind, warum Sie diesen Artikel lesen.
5. Veryfi

Die detaillierteste veröffentlichte Liste in diesem Vergleich. Veryfi dokumentiert 38 Sprachen, darunter Arabisch, Hebräisch, Japanisch, Koreanisch, Thailändisch, Chinesisch (vereinfacht und traditionell), Hindi, Tamil, Malayalam, Russisch, Ukrainisch und Griechisch, zusammen mit 91 Währungen (Veryfi OCR-Technologie und Sprachen).
Für echte Schriftenvielfalt mit einer klaren Zusage des Anbieters ist dies der stärkste Kandidat aus „Familie Zwei“. Es handelt sich jedoch um ein API-Produkt: Sie oder Ihre Entwickler müssen die Schnittstelle zur eigentlichen Buchhaltungssoftware selbst bauen.
6. Nanonets

Mehrsprachige Datenextraktion mit einer aufgesetzten Workflow-Ebene – und für ein kleines Team weitaus zugänglicher als ABBYY. Die dokumentierte Sprachabdeckung ist weniger spezifisch als bei Veryfi, daher bringt ein Test mit Ihren eigenen Belegen hier deutlich mehr Erkenntnisse als die Marketing-Websites.
7. DOKKA

Ein interessanter Grenzfall. DOKKA richtet sich explizit an Steuerkanzleien, versteht also die Arbeitsabläufe in der Praxis. Die dokumentierte Sprachabdeckung umfasst Englisch, Hebräisch, Italienisch und Spanisch. Hebräisch ist eine nicht-lateinische Schrift, womit DOKKA allen anderen auf Kanzleien ausgerichteten Tools auf dieser Liste einen Schritt voraus ist.
Dennoch sind vier Sprachen am Ende eben nur vier Sprachen. Wenn Ihr Problem bei hebräischen Belegen liegt, schauen Sie sich DOKKA genauer an. Wenn es um Mandarin geht, lesen Sie weiter.
8. AutoEntry

Gehört zu Sage, ist hervorragend in Sage und Xero integriert und bietet preislich eine solide Software-Alternative. Auf dem Sage Marketplace wird als verfügbare Sprache lediglich Englisch angegeben, was die Frage für die Zwecke dieses Artikels bereits beantwortet.
9. Datamolino

Bietet eine wirklich hervorragende Extraktion auf Positionsebene zu einem fairen Preis und punktet mit einem hilfsbereiten Support-Team. Der Fokus liegt jedoch auf lateinischen Schriften. Eine sehr gute Wahl für europäische Kanzleien, aber keine Lösung für Mandanten, die in Shenzhen einkaufen.
So testen Sie alle Tools an einem Nachmittag
Versprechen der Anbieter helfen hier nicht weiter. Führen Sie stattdessen diesen Test durch. Er dauert etwa zwei Stunden und filtert die engere Auswahl schneller als jede Vergleichstabelle – diese hier eingeschlossen.
Nehmen Sie zehn Dokumente aus Ihrem Archiv: zwei arabische, zwei chinesische oder japanische, ein thailändisches oder koreanisches (falls vorhanden), zwei zweisprachige und drei der am schlechtesten fotografierten Belege, die Ihnen ein Mandant je geschickt hat. Prüfen Sie dann bei jedem Ergebnis fünf Punkte:
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Wurde der Gesamtbetrag korrekt erfasst? Fehlt er? Stimmt er? Gleichen Sie ihn manuell mit dem Dokument ab.
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Stimmt das Rechnungsdatum? Achten Sie hier besonders auf Dokumente mit Ära-Jahreszahlen und der buddhistischen Zeitrechnung. Genau hier verstecken sich die unsichtbaren Fehler.
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Werden einzelne Positionen ausgewiesen oder nur ein Gesamtblock? Und entspricht die Summe der Einzelpositionen dem Gesamtbetrag?
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Wird die Steuer als separates Feld mit eigenem Steuersatz ausgewiesen? Ein pauschal zusammengefasster Betrag bedeutet, dass jemand das Dokument bei der Kontierung erneut lesen muss.
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Was passiert mit dem Originalbeleg? Das Quelldokument muss lesbar an den Buchungssatz angehängt bleiben – und zwar so lange, wie es die Aufbewahrungspflichten Ihres Landes vorschreiben (z. B. nach GoBD).
Stellen Sie sich abschließend eine entscheidende Frage zum System selbst: Wie viel manuelle Arbeit liegt zwischen diesem Output und einer fertig gebuchten Transaktion? Wenn die Antwort „ein CSV-Export und ein Mitarbeiter“ beinhaltet, hat die Automatisierung auf halbem Weg aufgehört.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Was ist der Unterschied zwischen einer fremdsprachigen und einer nicht-lateinischen Rechnung?
Eine fremdsprachige Rechnung kann immer noch das lateinische Alphabet verwenden (z. B. Französisch, Spanisch, Polnisch). Die meisten Erfassungs-Tools verarbeiten diese Belege problemlos. Eine nicht-lateinische Rechnung verwendet andere Schriftzeichen (z. B. Arabisch, Chinesisch, Japanisch, Kyrillisch). Hier ändern sich Leserichtung, Wortgrenzen, Zahlensysteme und oft auch der Kalender. Genau daran scheitern herkömmliche Tools.
Kann Hubdoc chinesische oder arabische Belege auslesen?
Hubdoc veröffentlicht keine Liste unterstützter Sprachen und liest ohnehin nur Kopfdaten aus. Es wurde für englischsprachige Dokumente in den Kernmärkten von Xero entwickelt. Kanzleien mit internationalen Lieferanten müssen Rechnungen in nicht-lateinischer Schrift in der Regel manuell erfassen und verbuchen.
Erkennt Dext auch Rechnungen in Fremdsprachen?
Dext macht keine offiziellen Angaben zu unterstützten Sprachen oder Schriften. In der Praxis fallen die Ergebnisse bei nicht-lateinischen Dokumenten sehr unterschiedlich aus, was logisch ist, da das System primär mit englischsprachigen Belegen (Großbritannien, USA, Australien) trainiert wurde. Testen Sie das Tool mit eigenen Dokumenten, bevor Sie sich binden.
Welche Software unterstützt die meisten Sprachen bei der Belegerfassung?
Nach offiziellen Angaben führt ABBYY: über 200 Erkennungssprachen, Wörterbuchunterstützung für 63 und ICR für 130. Zeichenerkennung ist jedoch nicht gleichbedeutend mit intelligenter Datenextraktion. Zudem ist ABBYY eine Enterprise-Lösung für Konzerne und weniger ein Praxis-Tool für Steuerberater.
Was ist der Unterschied zwischen OCR und Datenextraktion?
OCR (Optische Zeichenerkennung) wandelt Pixel auf einem Scan in Text um. Die Extraktion entscheidet anschließend, welcher Text der Lieferant, das Datum, die Steuer und der Gesamtbetrag ist. Eine Software kann bei der OCR perfekte Ergebnisse liefern und bei der Extraktion komplett versagen. Deshalb sollten Sie bei Anbietern nicht nach erkannten Sprachen, sondern gezielt nach der Extraktionsgenauigkeit fragen.
Müssen die ausländischen Rechnungen auch übersetzt werden?
In der Regel nicht. Sie benötigen die strukturierten Datenfelder, und ein Feld muss nicht zwingend übersetzt werden, um es korrekt zu verbuchen. Einige Plattformen bieten eine Übersetzungsfunktion an – das hilft zwar bei der manuellen Prüfung, verbessert aber nicht die Genauigkeit der automatischen Datenextraktion.
Werden Rechnungen in ausländischen Schriftzeichen vom Finanzamt anerkannt?
Die steuerliche Anerkennung hängt davon ab, ob das Dokument alle gesetzlich geforderten Pflichtangaben (z. B. nach UStG) enthält, und nicht von der verwendeten Sprache oder Schrift. Bei Betriebsprüfungen kann das Finanzamt unter Umständen eine Übersetzung verlangen. Das Originaldokument muss so oder so unverändert und revisionssicher aufbewahrt werden.
Fazit
Der Markt hat dieses Problem noch immer nicht gelöst, und die Gründe dafür sind struktureller, nicht technischer Natur. Tools, die speziell für Steuerkanzleien entwickelt wurden, stammen meist aus dem englischsprachigen Raum und fokussieren sich auf englischsprachige Lieferanten. Softwarelösungen, die Arabisch und Japanisch exzellent auslesen, richten sich an Entwickler und Konzernbuchhaltungen, wo IT-Teams den Code schreiben, der JSON-Daten in einen fertigen Buchungssatz verwandelt.
Eine Kanzlei braucht jedoch beides in einer einzigen Lösung: Dokumente müssen unabhängig vom Zeichensatz zuverlässig ausgelesen, gemäß Kontenrahmen vorkontiert und mitsamt dem Originalbeleg in die Buchhaltungssoftware übertragen werden. Diese Kombination ist das eigentliche Kriterium – und die bloße Angabe von „unterstützten Sprachen“ auf einer Webseite ist noch lange keine Antwort darauf.
Wählen Sie zwei oder drei Lösungen aus der Liste, führen Sie den Test mit zehn eigenen Dokumenten durch und lassen Sie die Ergebnisse für sich sprechen. Als umfassende Hubdoc und Dext Alternativen empfehlen wir Lösungen, die beide Welten verbinden.